Du möchtest dein Kind verstehen, seine Gefühle ernst nehmen und es liebevoll begleiten.
Aber dann gibt es diese Momente: Du hast schon fünfmal erklärt, warum etwas nicht geht. Dein Kind wird wütend, du wirst unsicher – und am Ende fragst du dich, ob du richtig reagiert hast.
Du möchtest Mama auf eine Art sein, die sich für dich richtig anfühlt.
Du möchtest vieles richtig machen. Trotzdem gibt es diese Situationen, in denen plötzlich alles kompliziert wird.
Du möchtest, dass dein Kind versteht, warum etwas nicht geht. Doch irgendwann hast du das Gefühl, dass deine Worte gar nicht mehr ankommen.
Eigentlich war deine Entscheidung klar. Aber jetzt tut dir dein Kind leid und du fragst dich, ob du vielleicht zu streng bist.
Manchmal lässt du Dinge durchgehen, die dich eigentlich stören. Bis dir irgendwann doch der Kragen platzt.
Es soll sich ausprobieren und eigene Entscheidungen treffen. Aber wann braucht es von dir einen klaren Rahmen?
Vielleicht hast du dich auch schon gefragt, welche Auswirkungen solche Situationen langfristig haben können.
Was, wenn du manche Dinge gerade deshalb tust, weil du dein Kind so sehr liebst – und sie euch langfristig das Zusammenleben erschweren können?
Erziehungswissenschaftlerin Elke Lorberg beobachtet in ihrer Arbeit, dass gerade besonders liebevolle und engagierte Eltern unbewusst in bestimmte Erziehungsmuster geraten können.
Dein Kind darf traurig, enttäuscht oder wütend sein. Es lernt Schritt für Schritt, mit diesen Gefühlen umzugehen.
Aus einem einfachen Nein wird eine endlose Diskussion. Dein Kind bekommt viele Worte, aber manchmal zu wenig klare Orientierung.
Wenn du nachgibst, sobald dein Kind protestiert, wird es für dein Kind schwieriger, sich an diesen Grenzen zu orientieren.
Unpassende Verbote entstehen oft aus Ärger. Nachvollziehbare Konsequenzen können Kindern helfen, Eigenverantwortung zu entwickeln.
Du erinnerst, überredest und greifst immer wieder ein. Dabei braucht dein Kind auch Gelegenheiten, eigene Erfahrungen zu machen.
Elke sagt immer wieder, dass man bei älteren Kindern und Jugendlichen manchmal sehr deutlich sieht, wenn sich über Jahre ungünstige Muster im Miteinander entwickelt haben. Genau deshalb lohnt es sich, schon im Kleinkindalter genauer hinzuschauen und früh die Weichen für einen guten Umgang miteinander zu stellen.
Die gute Nachricht: Du kannst schon heute anfangen, Dinge anders zu machen.
Im Gespräch mit Anja erklärt Erziehungswissenschaftlerin und Elterncoach Elke Lorberg, warum liebevolle Eltern manchmal unbewusst in Erziehungsfallen geraten – und wie klare, freundliche Grenzen im Alltag helfen.
✓ Warum häufiges Erklären Diskussionen verlängern kann
✓ Wie du freundlich und klar bei einer Grenze bleibst
✓ Was sinnvolle Konsequenzen von Strafen unterscheidet
✓ Weshalb Kinder auch Enttäuschungen erleben dürfen
✓ Wie dein Kind Schritt für Schritt Eigenverantwortung entwickelt
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Du darfst dein Kind trösten, wenn es traurig ist. Du darfst Verständnis für seine Wut haben. Und du darfst trotzdem bei deiner Entscheidung bleiben.
Du musst dabei nicht immer perfekt reagieren. Du darfst lernen, Dinge ausprobieren und deinen eigenen Weg finden.
Denn auch du wächst mit deinem Kind.